StartThemenBauen

Bauen · Mobilität

Wallbox und Pendeln: Rechnet sich das Elektroauto auf dem Dorf?

Auf dem Dorf hat fast jeder einen eigenen Stellplatz. Das ist der größte Vorteil beim Elektroauto — und in der Stadt der größte Mangel.

Eigener Stellplatz
Regelfallauf dem Dorf
Laden zu Hause
billigster Stromvor allem mit eigener PV
Haken beim Pendeln
Auto steht tags wegwenn die Anlage liefert
Lösung
Leerrohr und Zählerplatzfrüh mitdenken

Über Elektroautos wird meist aus städtischer Sicht diskutiert: Ladeinfrastruktur, Säulen, Parkplatzsuche. Auf dem Dorf stellt sich die Frage anders herum — hier hat fast jeder Haushalt einen eigenen Stellplatz, eine Garage oder einen Hof. Damit fällt das größte Hindernis weg.

Was für das Auto auf dem Land spricht

  • Eigener Stellplatz und damit die Möglichkeit, zu Hause zu laden — das ist die mit Abstand günstigste Ladeart.
  • Längere, gleichmäßige Strecken statt Stop-and-Go: Der Verbrauch ist berechenbar.
  • Meist ein Zweitwagen im Haushalt, der Langstrecken abdecken kann.
  • Mit eigener Photovoltaik wird ein Teil der Fahrleistung zu praktisch selbst erzeugtem Strom.

Wo es beim Pendeln hakt

Genau dann, wenn die eigene Anlage liefert, steht das Auto in Pirmasens, Zweibrücken oder Kaiserslautern auf dem Firmenparkplatz. Geladen wird abends und nachts — also aus dem Netz.

Wer glaubt, mit der eigenen Anlage den Pendelverkehr zu decken, rechnet falsch. Realistisch ist: Das Zweitauto, das tagsüber zu Hause bleibt, lädt solar. Das Pendlerauto lädt nachts, idealerweise zu einem günstigen Nachttarif oder aus dem Speicher.

Was heute kaum kostet und später viel spart

Leerrohr und Zählerplatz

Wer ohnehin gerade den Hof aufreißt, im Neubau plant oder die Elektrik erneuert, sollte zwei Dinge mitmachen lassen: ein Leerrohr zur Garage oder zum Stellplatz und Platz im Zählerschrank für die spätere Wallbox.

Beides kostet während der Arbeiten fast nichts. Nachträglich bedeutet es Graben, Pflaster, Elektriker — und einen vierstelligen Betrag.

Wallbox und Netzanschluss

Wallboxen ab 11 kW sind beim Netzbetreiber anzumelden, ab 22 kW genehmigungspflichtig. Für ein Einfamilienhaus reichen 11 kW in aller Regel völlig aus — damit ist ein üblicher Akku über Nacht voll. Wer zusätzlich eine Wärmepumpe hat, sollte die Gesamtlast vorher prüfen lassen, statt sie auszuprobieren.

Was die Kombination stark macht

Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox ziehen alle am selben Hebel: Sie erhöhen den Anteil des selbst erzeugten Stroms, der im Haus bleibt. Jede dieser Komponenten allein rechnet sich mäßig, zusammen rechnen sie sich gut — vorausgesetzt, man plant sie als ein System und kauft sie nicht nacheinander.

Quellen und Stand. Fördersätze, Vergütungen und gesetzliche Regelungen ändern sich. Prüfen Sie die Werte vor einer Entscheidung nach.

  • Anmelde- und Genehmigungsgrenzen für Ladeeinrichtungen: Netzanschlussregeln
  • Eigenverbrauchslogik: siehe die Artikel zu Photovoltaik und Speicher