Photovoltaik mit oder ohne Speicher — was sich hier rechnet
Ein Speicher erzeugt keinen Strom. Er verschiebt ihn — und genau darin liegt sein ganzer Wert.
- Eigenverbrauch ohne Speicher
- 25–35 %typisches Einfamilienhaus
- Mit Speicher
- 60–70 %je nach Auslegung
- Faustregel Größe
- 1 kWh je 1.000 kWhJahresverbrauch
- Einspeisung bis 10 kWp
- 7,70 ct/kWhStand 08/2026
Ein Batteriespeicher produziert nichts. Er nimmt den Strom, der mittags zu viel da ist, und gibt ihn abends wieder ab. Ob sich das lohnt, hängt an einer einzigen Differenz: dem Abstand zwischen dem, was eine eingespeiste Kilowattstunde bringt, und dem, was eine gekaufte kostet.
Die Größenordnung
Ohne Speicher bleiben in einem typischen Einfamilienhaus 25 bis 35 Prozent des erzeugten Stroms im Haus. Mit einem passend ausgelegten Speicher sind es 60 bis 70 Prozent. Das ist der gesamte Effekt — mehr geht praktisch nicht, weil im Winter schlicht zu wenig erzeugt wird und im Sommer zu viel.
Für die Größe gilt eine grobe Faustregel: etwa eine Kilowattstunde Speicher je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Ein Haushalt mit 4.500 kWh landet also bei vier bis fünf Kilowattstunden. Größer ist nicht besser — ein Speicher, der die Hälfte des Jahres halbleer bleibt, hat sich nie gerechnet.
Wann ein Speicher sinnvoll ist
- Wenn tagsüber niemand zu Hause ist und der Verbrauch abends liegt.
- Wenn eine Wärmepumpe im Haus ist oder geplant wird — dann steigt der Verbrauch und mit ihm der Nutzen.
- Wenn ein Elektroauto überwiegend nachts lädt.
- Wenn die Anlage deutlich größer ist als der Tagesbedarf, etwa auf einem großen Scheunendach.
Wann nicht
- Wenn der Jahresverbrauch unter etwa 3.000 Kilowattstunden liegt. Dann ist zu wenig zu verschieben.
- Wenn jemand tagsüber zu Hause ist und der Verbrauch ohnehin in die Erzeugung fällt.
- Wenn die Anlage klein ist und fast alles direkt verbraucht wird.
- Wenn das Geld knapp ist: Eine größere Anlage ohne Speicher bringt in der Regel mehr als eine kleine Anlage mit Speicher.
Erst der Speicher, dann die Wärmepumpe
Wer heute einen Speicher kauft und in zwei Jahren eine Wärmepumpe einbaut, hat den Speicher zu klein ausgelegt. Wer erst die Wärmepumpe plant und dann den Speicher dimensioniert, trifft die Größe.
Die Reihenfolge kostet nichts und entscheidet über mehrere tausend Euro.
Notstrom ist ein eigenes Thema
Ein Speicher macht das Haus nicht automatisch stromausfallsicher. Dafür braucht es eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion, die getrennt beauftragt und installiert werden muss. In einer Region mit langen Leitungswegen und vielen Freileitungen ist das ein Argument, das man kennen sollte — aber es ist eines für Versorgungssicherheit, nicht für die Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Passend dazu vor Ort
Quellen und Stand. Fördersätze, Vergütungen und gesetzliche Regelungen ändern sich. Prüfen Sie die Werte vor einer Entscheidung nach.
- Eigenverbrauchsquoten: allgemeine Auslegungswerte für Einfamilienhäuser
- Einspeisevergütung: EEG, Stand 1. August 2026