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Haustechnik

Hydraulischer Abgleich: die billigste Maßnahme mit der größten Wirkung

Keine Dämmung, kein neuer Kessel, kein Gerüst. Nur die Heizung richtig eingestellt — und genau das wird am häufigsten übersprungen.

Kosten Einfamilienhaus
rund 925 €Spanne 650–1.250 €
Verbrauch sinkt
bis 15 %je nach Ausgangslage
Ersparnis im Jahr
rund 290 €Einfamilienhaus
Förderung
15 %mit Sanierungsfahrplan 20 %

In fast jeder Heizungsanlage, die nie abgeglichen wurde, passiert dasselbe: Die Heizkörper nahe am Kessel bekommen zu viel Wasser, die weit entfernten zu wenig. Also dreht man die Vorlauftemperatur hoch, bis auch das letzte Zimmer warm wird — und heizt den Rest des Hauses über Bedarf.

Was dabei gemacht wird

Der Fachbetrieb rechnet für jeden Raum die benötigte Wärmemenge aus, bestimmt daraus die Wassermenge je Heizkörper und stellt die Ventile entsprechend ein. Meist werden dabei voreinstellbare Thermostatventile eingebaut, oft auch die Umwälzpumpe angepasst.

Danach kommt überall genau so viel an, wie gebraucht wird. Die Vorlauftemperatur kann sinken, ohne dass ein Raum kälter wird.

Was es kostet und bringt

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegt der Abgleich inklusive neuer Thermostatventile bei rund 925 Euro, die Spanne reicht von 650 bis 1.250 Euro. Der Energieverbrauch sinkt um bis zu 15 Prozent, im Einfamilienhaus entspricht das etwa 290 Euro im Jahr. Gefördert wird die Maßnahme mit 15 Prozent, im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans mit 20 Prozent.

Der eigentliche Grund

Ohne Abgleich keine effiziente Wärmepumpe

Die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe hängt an der Vorlauftemperatur. Wer sie nicht senken kann, weil ein Raum sonst kalt bleibt, verschenkt dauerhaft Effizienz — und genau das verhindert der Abgleich.

Er ist deshalb auch Voraussetzung für die Heizungsförderung. Wer eine Wärmepumpe plant, macht ihn ohnehin. Wer noch mit Öl oder Gas heizt, sollte ihn trotzdem machen — er wirkt sofort und bleibt später gültig.

Woran man erkennt, dass er fehlt

  • Einzelne Heizkörper werden nur oben warm oder brauchen sehr lange.
  • Ein Raum ist immer zu heiß, ein anderer bekommt nie genug.
  • In den Rohren gluckert oder rauscht es.
  • Die Vorlauftemperatur steht auf 65 Grad oder mehr, obwohl das Haus nicht völlig ungedämmt ist.
  • Die Umwälzpumpe läuft ständig auf höchster Stufe.

Reihenfolge

Der Abgleich gehört an den Anfang jeder Heizungsmaßnahme, nicht ans Ende. Erst abgleichen, dann sehen, welche Vorlauftemperatur tatsächlich reicht — und erst danach entscheiden, ob einzelne Heizkörper getauscht werden müssen oder ob das Haus ohne Weiteres wärmepumpentauglich ist.

Quellen und Stand. Fördersätze, Vergütungen und gesetzliche Regelungen ändern sich. Prüfen Sie die Werte vor einer Entscheidung nach.

  • Kosten- und Einsparwerte: Auswertungen für durchschnittliche Einfamilienhäuser
  • Fördersätze: Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen